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Wednesday, 6. February 2002
Zu sperrig für Protektion
Ob er davon hätte leben können? „Ich für mich allein schon“, sagt er, „doch eine Familie hätte ich davon nicht unterhalten können. Ich war Hausmann, versorgte zwei Kinder und konnte mir den Tag einteilen. Morgens diszipliniert schreiben und der Rest des Tages zur freien Planung. So entstanden die 360 Seiten starken Rheinland-Papiere innerhalb von 5 Jahren in ca. 4, maximal 6 Monate andauernden Schreibphasen, die auch schon mal längerfristig unterbrochen waren.“
Jeder „Schreibende“ kennt auch das Gefühl von Frust und die Gefahr, dass sich die persönliche Verfassung im Werk niederschlagen könne. Doch dem sei er mit Führung eines Tagebuchs begegnet. „Meinen Geschichten ist nicht anzumerken, in welcher Stimmung ich mich befand. Alles, was nicht ins Buch gehörte, habe ich in einem Tagebuch festgehalten, ähnlich verfuhr Kafka mit seinen Briefen. Intensives Tagebuch schreiben ist bei mir immer ein Indiz für einen Schreibschub gewesen.“
Heute ist Klaus-Dieter Regenbrecht fest angestellter Dozent für Business-Englisch, betreut seine Schreibwerkstatt, über die er in die Festanstellung hineingeraten ist und arbeitet beständig an www.kloy.de. Ein Literaturportal, auf das derzeit 300 Besucher täglich zugreifen. „Schon nach meinem ersten Kontakt `94 mit dem Internet wusste ich, dass ist meine Plattform. Hier konnte ich meine Grafiken mit den Texten verknüpfen. Jetzt ist kloy.de ein eigener literarischer Kosmos mit über 200 Seiten.“
In dem Buch „eBusiness-Wie man`s macht und was es kostet“ ist www.kloy.de ein Fallbeispiel für ein gelungenes Internetportal. „Im Internet herrscht noch Goldrauschstimmung, doch es ist kein Einwegmedium. Und trotz der multimedialen Welt und seiner Möglichkeiten, geht heute im Verlagswesen immer noch das meiste über den persönlichen Kontakt mit dem Verleger“, so seine Erfahrung.
Dass man heute mit einem Beruf nicht ausgelernt hat, kann er bestätigen: „Meine Existenz ruht auf drei Säulen: Literatur, Internet, Englisch. Ich habe keine Angst vor Veränderung und zum Glück eine robuste Gesundheit. Für mich war es immer wichtig, bewusst mit den Lebensphasen umzugehen. Wenn sich die äußeren Bedingungen ändern, können sich auch die inneren Einstellungen und Phasen ändern.“ Vielschichtig und interessant, weil er sich interessiert, und ohne die Orientierung, den Blick für das Wesentliche zu verlieren, so könnte man versuchen Regenbrecht zu beschreiben. Der Autor, der sich in keine Schublade zwängen lässt, auch dafür ist er wohl zu sperrig, hat seinen vorerst letzten Roman im Selbstverlag herausgebracht. Ein Krimi, der auf dem Bavaria Filmgelände spielt.
„Mir macht das Leben Spaß ... es ist alles offen.“
Biographie:
- Geb. 1950 bei Bremen, Umzug nach Koblenz
- 1973 Aufnahme des Studiums der Amerikanistik/Anglistik und Sportwissenschaft
- 1974 entstehen erste literarische Arbeiten
- Mitte der 80-er Jahre fällt der Entschluss, die Schriftstellerei zum Beruf zu machen.
- 1984 Tabu Litu Buch 1 Gedichte erscheint
- 1985 - 1996 Ehrenamtliches Engagement im Bereich Literaturförderung.
- Seit 1992 Durchführung von Schreibkursen. Aufnahme der Tätigkeit als freier Dozent für Englisch.
- Seit 1998 Herausgabe der literarischen Reihe KAFF und kloy.de weltweit.
- 1999 Tabu Litu Buch 9
- Die Rheinland-Papiere erscheint.
- 2001 "eBusiness - Wie man's macht und was es kostet" von D. Müller-Grote, F. Reydt, C. Schmidt (Hrsg.) erscheint mit Beitrag von KDR zu kloy.de
- tabulitu.com online.
- Ausbilder (Englisch IT-Berufe) beim BFW Vallendar
- 2002 Lehrbeauftragter am RheinAhrCampus in Remagen (Business English)
November 2002 der Krimi "CONTINUITY - Hitchcocks, Pocahontas" von KDR
© Sinje Beck, November 2002







